Japanische Teesorten

Japanischer Tee umfasst weit mehr als eine einzelne Stilrichtung.

Sorte, Anbau, Erntezeit und Verarbeitung entscheiden darüber, ob ein Tee frisch und grasig, weich und umamireich oder warm und geröstet schmeckt.

Diese Übersicht hilft Ihnen dabei, die wichtigsten japanischen Teesorten kennenzulernen und passende Tees in unserem Sortiment zu entdecken.

Japanische Teesorten im Vergleich

Teesorten im Überblick

Von gedämpften Blatttees über beschattete Spezialitäten bis zu gerösteten und oxidierten Tees: Lernen Sie die unterschiedlichen Arten japanischen Tees kennen.

Tasse und Schale mit grünem Tee

Sencha

Sencha ist die japanische Grünteesorte, die im Alltag am häufigsten getrunken wird. Die Blätter werden kurz nach der Ernte gedämpft, gerollt und getrocknet, wodurch ihre grüne Farbe und ein frischer, oft grasiger Charakter erhalten bleiben. Sencha eignet sich für die tägliche Zubereitung.

Matcha-Pulver und frisch aufgeschlagener Matcha

Matcha

Matcha ist ein feines Grünteepulver aus beschatteten Teeblättern, die vor dem Mahlen von Stielen und Blattrippen befreit werden. Anders als bei den meisten Tees wird beim Matcha das ganze Blatt im aufgeschäumten Wasser mitgetrunken, was einen intensiven, umami-betonten Geschmack ergibt.

Gyokuro mit dunkelgrünen Teeblättern und konzentriertem Aufguss

Gyokuro

Gyokuro zählt zu den am stärksten beschatteten japanischen Grüntees: Die Sträucher werden vor der Ernte etwa drei bis vier Wochen abgedeckt. Diese lange Beschattung führt zu einem ausgeprägten Umami-Charakter mit feiner Süße und vergleichsweise wenig Bitterkeit.

Kabusecha: Blätter und aufgegossener Tee

Kabusecha

Kabusecha wird vor der Ernte für etwa ein bis zwei Wochen leicht beschattet, deutlich kürzer als Gyokuro. Diese teilweise Beschattung mildert die Bitterkeit und verstärkt Süße sowie Umami, sodass Kabusecha geschmacklich zwischen Sencha und Gyokuro liegt und Verarbeitung wie Sencha erfährt.

Schale mit grünem Kukicha Tee und typischen Teestängeln

Kukicha

Kukicha, auch Bōcha genannt, wird aus Stängeln, Stielen und Blattrippen hergestellt, die bei der Verarbeitung von Sencha oder Gyokuro anfallen und aussortiert werden. Der Tee schmeckt mild und leicht süßlich, mit deutlich weniger Bitterkeit und Adstringenz als klassische Blatttees.

Schale mit grünem Bancha-Tee und Teetasse mit aufgegossenem Bancha

Bancha

Bancha ist ein einfacher Alltags-Grüntee aus gröberen, später geernteten Blättern, meist nach der ersten Sencha-Pflückung im Jahr gewonnen. Er schmeckt mild und unkompliziert, mit weniger Umami und Feinheit als frühe Pflückungen wie Shincha oder Gyokuro. Bancha zählt zu den preisgünstigeren japanischen Grünteesorten.

Schale Genmaicha und Tasse grüner Genmai-Tee

Genmaicha

Genmaicha ist eine Mischung aus grünem Tee, meist Bancha oder Sencha, und geröstetem braunem Reis (Genmai). Ein Teil der Reiskörner poppt beim Rösten auf. Der Tee schmeckt nussig, geröstet und mild, mit deutlich weniger Bitterkeit als reiner Grüntee.

Loser Tee und frisch aufgebrühter Tee in Keramikschalen. Eine ruhige Szene für entspannte Genussmomente.

Hōjicha

Hōjicha ist gerösteter japanischer Grüntee, meist auf Basis von Bancha, Sencha oder Stängeltee. Durch das Rösten bei hoher Temperatur verfärben sich die Blätter rötlich-braun. Geschmacklich zeigt sich Hōjicha geröstet, nussig und mild, mit deutlich weniger Bitterkeit als ungerösteter Grüntee.

Frischer grüner Yanagicha-Tee in seiner natürlichen Form. Lose Blätter und eine Tasse laden zum Genießen ein.

Yanagicha

Yanagicha, wörtlich „Weidentee“, bezeichnet einen einfachen Grüntee aus größeren, reiferen Blättern, die bei der Sortierung hochwertigerer Tees wie Sencha aussortiert werden. Der Name spielt auf die länglich-schmale, an Weidenblätter erinnernde Form der Blätter an. Geschmacklich ist Yanagicha meist unkomplizierter und weniger differenziert als feinere Grüntees.

Loser grüner Kamairi-cha und frisch aufgegossene Tasse in Keramikschalen. Ein stiller Moment für Genuss und Achtsamkeit.

Kamairicha

Kamairicha wird, anders als die meisten japanischen Grüntees, nicht gedämpft, sondern in einer Pfanne oder einem Kessel geröstet (kamairi). Diese Methode ist vor allem in Teilen Kyūshūs verbreitet und ergibt einen milderen, weniger grasigen Geschmack mit gebogenen, kommaförmigen Blättern.

Aromatischer Tamaryokucha Grüntee in seiner schönsten Form. Lose Teeblätter und frisch aufgegossener Tee laden zum Genießen ein.

Tamaryokucha

Tamaryokucha bezeichnet japanischen Grüntee, dessen Blätter nach der Verarbeitung gebogen und kommaförmig bleiben, statt wie bei Sencha zu geraden Nadeln gerollt zu werden. Er kann sowohl gedämpft (Mushisei) als auch pfannengeröstet (Kamairi) hergestellt werden. Der Name bedeutet sinngemäß „gebogener grüner Tee“.

Aromatischer Schwarztee (Koicha oder Kōcha) in seiner schönsten Form. Lose Teeblätter und frisch aufgebrühter Tee laden zum Genießen ein.

Kōcha

Kōcha (oft auch als Koicha bezeichnet) bedeutet im Japanischen allgemein „Schwarztee“. Im Zusammenhang mit japanischen Teesorten ist meist der in Japan angebaute und vollständig oxidierte Schwarztee gemeint, oft als Wakōcha bezeichnet. Er stammt von derselben Pflanze wie japanischer Grüntee, wird aber anders verarbeitet.

Teesorten im Detail

Erfahren Sie mehr über Herstellung, Geschmack und Besonderheiten der einzelnen japanischen Teesorten.

Sencha

Sencha zählt zu den bekanntesten Grünteesorten Japans und prägt das tägliche Teetrinken im Land maßgeblich. Anders als beschattete Tees wie Gyokuro oder Matcha wächst er überwiegend unter freiem Himmel. Das Sonnenlicht wirkt sich auf den Geschmack aus: Sencha zeigt sich häufig klarer und grasiger als beschattete Sorten.

Nach der Pflückung werden die Blätter gedämpft, um die Oxidation zu stoppen, anschließend gerollt, geformt und getrocknet. Die Dämpfdauer beeinflusst das Ergebnis: Kürzer gedämpfter Sencha (Asamushi) wirkt meist klarer und leichter, länger gedämpfter Sencha (Fukamushi) kräftiger und trüber im Aufguss.

Geschmacklich reicht die Bandbreite von frisch und grasig bis leicht süßlich, mit einer feinen, meist gut eingebundenen Adstringenz, die je nach Herkunft und Zubereitung unterschiedlich ausfällt.

Steckbrief

Teeart

Unbeschatteter Grüntee

Typische Herstellung

Dämpfen kurz nach der Pflückung, anschließend Rollen, Formen und Trocknen

Typischer Geschmack

Frisch, grasig bis vegetal, mit feiner Süße und leichter Adstringenz

Charakter des Aufgusses

Je nach Dämpfgrad klar hellgrün (Asamushi) bis kräftig trüb-grün (Fukamushi)

Besonderheit

Am weitesten verbreitete japanische Grünteesorte, häufig im Alltag getrunken

Matcha

Matcha wird aus Tencha hergestellt: Blättern von Teesträuchern, die vor der Ernte mehrere Wochen beschattet werden. Die Blätter werden gedämpft und, anders als bei Sencha, ohne Rollung getrocknet. Nach dem Entfernen von Stielen und Blattadern werden die verbliebenen Blätter zu einem feinen Pulver vermahlen, traditionell mit Steinmühlen.

Die Beschattung vor der Ernte reduziert die Bitterstoffbildung und begünstigt Umami und Süße im späteren Geschmacksbild. Zur Zubereitung wird das Pulver mit heißem Wasser im Chawan verrührt oder aufgeschlagen, meist mit einem Bambusbesen (Chasen), bis eine feine Schaumschicht entsteht.

Geschmacklich zeigt sich Matcha kräftig, umami-betont und leicht süßlich, mit einer cremigen Textur und, je nach Qualität und Herkunft, unterschiedlich ausgeprägter Bitterkeit im Nachklang.

Steckbrief

Teeart

Beschatteter Grüntee, zu Pulver vermahlen

Typische Herstellung

Beschattung vor der Ernte, Dämpfen, Trocknen ohne Rollung (Tencha), Entfernen von Stielen und Adern, Mahlen zu feinem Pulver

Typischer Geschmack

Umami-betont, leicht süßlich, cremig, mit variabler Bitterkeit

Charakter des Aufgusses

Nicht filtriert, das Pulver wird vollständig mitgetrunken, sämige, intensiv grüne Konsistenz

Besonderheit

Wird traditionell mit Chasen (Bambusbesen) im Chawan zubereitet; einzige Teesorte dieser Liste, bei der das ganze Blatt konsumiert wird

Gyokuro

Gyokuro gehört zu den aufwendiger hergestellten japanischen Grünteesorten. Vor der Ernte werden die Sträucher etwa drei bis vier Wochen lang beschattet, deutlich länger als bei Kabusecha. Das reduzierte Sonnenlicht verändert den Stoffwechsel der Pflanze und wirkt sich unmittelbar auf den späteren Geschmack aus.

Nach der Pflückung wird Gyokuro, ähnlich wie Sencha, gedämpft, gerollt, geformt und getrocknet. Die vorangegangene Beschattung führt jedoch zu einem deutlich ausgeprägteren Umami-Charakter und einer feinen Süße bei gleichzeitig geringerer Bitterkeit und Adstringenz.

Zur Zubereitung wird häufig kühleres Wasser über eine längere Ziehzeit empfohlen, um die Süße und das Umami hervorzuheben, ohne Bitterstoffe zu stark zu lösen. Der Aufguss zeigt sich meist tiefgrün und dicht, mit einem intensiven Duft, der oft als leicht maritim beschrieben wird.

Steckbrief

Teeart

Stark beschatteter Grüntee

Typische Herstellung

Etwa drei bis vier Wochen Beschattung vor der Ernte, danach Dämpfen, Rollen, Formen und Trocknen wie bei Sencha

Typischer Geschmack

Ausgeprägtes Umami, feine Süße, geringe Bitterkeit und Adstringenz

Charakter des Aufgusses

Tiefgrün, dicht, mit intensivem, oft als leicht maritim beschriebenem Duft

Besonderheit

Wird meist mit kühlerem Wasser und längerer Ziehzeit aufgegossen, um Süße und Umami hervorzuheben

Kabusecha

Kabusecha gehört zu den beschatteten Grünteesorten Japans, wird aber deutlich kürzer abgedeckt als Gyokuro: meist ein bis zwei Wochen vor der Ernte statt mehrerer Wochen. Der Name leitet sich vom japanischen Verb kabuseru ab, das „bedecken“ bedeutet.

Die Verarbeitung ähnelt der von Sencha: Nach der Pflückung werden die Blätter gedämpft, gerollt, geformt und getrocknet. Die vorangegangene Beschattung wirkt sich jedoch auf den Geschmack aus, da weniger Sonnenlicht die Bildung von Bitterstoffen verringert und Umami sowie Süße stärker hervortreten lässt.

Geschmacklich positioniert sich Kabusecha zwischen Sencha und Gyokuro: milder und runder als ungeschatteter Sencha, mit spürbarem Umami, jedoch ohne die ausgeprägte Süße und Intensität von Gyokuro. Der Aufguss zeigt sich meist klar grün und ausgewogen.

Steckbrief

Teeart

Leicht beschatteter Grüntee (Übergangsform zwischen Sencha und Gyokuro)

Typische Herstellung

Ein bis zwei Wochen Beschattung vor der Ernte, danach Dämpfen, Rollen, Formen und Trocknen wie bei Sencha

Typischer Geschmack

Milder und runder als Sencha, mit spürbarem Umami und feiner Süße

Charakter des Aufgusses

Meist klar grün, ausgewogen zwischen Frische und Umami

Besonderheit

Verbindet durch die kürzere Beschattung Eigenschaften von Sencha und Gyokuro

Genmaicha

Genmaicha entsteht aus der Mischung von grünem Tee, üblicherweise Bancha oder Sencha, mit geröstetem braunem Reis, japanisch Genmai. Ein Teil der Reiskörner platzt beim Rösten ähnlich wie Popcorn auf, was dem Tee sein charakteristisches Aussehen verleiht. Historisch soll die Beimischung von Reis auch dazu gedient haben, die Teemenge zu strecken und den Tee erschwinglicher zu machen.

Durch den Reisanteil verringert sich der Anteil der Teeblätter in der Mischung, wodurch Genmaicha insgesamt milder und weniger adstringierend wirkt als reiner Grüntee. Manche Varianten enthalten zusätzlich etwas Matcha, was den Aufguss grüner färbt und die Süße verstärkt.

Geschmacklich stehen geröstete, nussige und leicht getreidige Noten im Vordergrund, ergänzt durch den grasigen Grundcharakter des verwendeten Grüntees. Der Aufguss zeigt sich meist hellgelb bis strohfarben.

Steckbrief

Teeart

Grüntee-Reis-Mischung (meist Bancha oder Sencha mit geröstetem Reis)

Typische Herstellung

Mischen von grünem Tee mit geröstetem braunem Reis (Genmai), teils mit aufgeplatzten Reiskörnern

Typischer Geschmack

Nussig, geröstet, mild, wenig bitter

Charakter des Aufgusses

Hellgelb bis strohfarben

Besonderheit

Manche Varianten enthalten zusätzlich Matcha (Matcha-iri Genmaicha)

Hōjicha

Hōjicha entsteht durch das Rösten von grünem Tee bei hoher Temperatur, häufig auf Basis von Bancha, Sencha oder Kukicha. Die Röstung verändert die Blätter sichtbar: Aus dem gewohnten Grün wird ein rötliches Braun. Manche Hōjicha-Varianten entstehen auch aus gerösteten Stängeln.

Durch den Röstprozess verändern sich auch die geschmacksgebenden Verbindungen im Blatt. Grasige und bittere Noten treten zurück, während geröstete, nussige und teils leicht karamellige Aromen in den Vordergrund rücken. Hōjicha gilt deshalb als vergleichsweise milde und zugängliche Grünteesorte. Die genaue Röstintensität variiert von Hersteller zu Hersteller und beeinflusst Farbe wie Aromatiefe des fertigen Tees.

Der Aufguss zeigt sich typischerweise bernsteinfarben bis rötlich-braun und unterscheidet sich damit deutlich von anderen japanischen Grüntees. Hōjicha wird sowohl heiß als auch, in wärmeren Monaten, kalt aufgegossen getrunken.

Steckbrief

Teeart

Gerösteter Grüntee (meist auf Basis von Bancha, Sencha oder Kukicha)

Typische Herstellung

Rösten der fertig verarbeiteten Blätter (oder Stängel) bei hoher Temperatur bis zur rötlich-braunen Farbe

Typischer Geschmack

Geröstet, nussig, mild, wenig bitter, teils leicht karamellig

Charakter des Aufgusses

Bernsteinfarben bis rötlich-braun

Besonderheit

Kann heiß oder kalt aufgegossen getrunken werden; Röstintensität variiert je nach Hersteller

Kukicha

Kukicha besteht überwiegend aus den Stängeln, Stielen und Blattrippen des Teestrauchs, die bei der Sortierung anderer Grüntees, häufig Sencha oder Gyokuro, anfallen. Der Name setzt sich aus kuki (Stängel) und cha (Tee) zusammen. In manchen Regionen ist auch die Bezeichnung Bōcha gebräuchlich.

Da die Stängel weniger Bitterstoffe enthalten als die Blätter, zeigt sich Kukicha meist deutlich milder als klassische Blatttees. Stammen die Stängel von hochwertigeren, beschatteten Tees, kann sich zusätzlich eine feine Süße und ein leicht nussiger Ton zeigen; diese Variante wird mitunter als Karigane bezeichnet.

Der Aufguss ist häufig hellgelb bis hellgrün und wirkt insgesamt leicht und zugänglich. Kukicha zählt zu den preislich zugänglicheren Grünteesorten, da er aus Nebenprodukten der Verarbeitung anderer Tees gewonnen wird.

Steckbrief

Teeart

Grüntee aus Stängeln, Stielen und Blattrippen (auch Bōcha genannt)

Typische Herstellung

Aussortierung von Stängeln und Rippen bei der Verarbeitung von Sencha oder Gyokuro

Typischer Geschmack

Mild, leicht süßlich, wenig Bitterkeit und Adstringenz; bei Stängeln hochwertiger Tees teils nussig (Karigane)

Charakter des Aufgusses

Hellgelb bis hellgrün, leicht

Besonderheit

Entsteht als Nebenprodukt der Sencha- oder Gyokuro-Herstellung, daher meist preislich zugänglich

Bancha

Bancha bezeichnet in Japan meist Grüntee aus späteren Pflückungen desselben Jahres, etwa der zweiten oder dritten Ernte, oder aus größeren, reiferen Blättern, die bei der Ernte anfallen. Die genaue Definition variiert regional, gemeinsam ist jedoch die gröbere Blattqualität im Vergleich zu früh geernteten Tees wie Shincha oder Gyokuro.

Die Verarbeitung ähnelt der von Sencha: Die Blätter werden gedämpft, gerollt und getrocknet. Durch die spätere Ernte und die reiferen Blätter enthält Bancha meist weniger der zarten Aromastoffe früherer Pflückungen, dafür wirkt er insgesamt leichter im Körper.

Geschmacklich zeigt sich Bancha mild, unkompliziert und wenig adstringierend, mit einem klaren, hellgrünen bis gelblichen Aufguss. In vielen japanischen Haushalten dient er als unaufwendiger Tee für den täglichen Gebrauch.

Steckbrief

Teeart

Grüntee aus späterer, gröberer Pflückung

Typische Herstellung

Dämpfen, Rollen und Trocknen wie bei Sencha, jedoch aus reiferem Blattmaterial späterer Ernten

Typischer Geschmack

Mild, unkompliziert, wenig adstringierend, leichter Körper

Charakter des Aufgusses

Klar, hellgrün bis gelblich

Besonderheit

Einfacher, alltagstauglicher Tee; die genaue Definition kann je nach Region variieren

Kamairicha

Kamairicha unterscheidet sich von den meisten japanischen Grüntees durch seine Verarbeitung: Statt gedämpft werden die frisch gepflückten Blätter in einer Pfanne oder einem Kessel erhitzt, japanisch kamairi. Diese Methode, in China für Grüntee weit verbreitet, ist in Japan die Ausnahme und findet sich vor allem in Teilen Kyūshūs, etwa in der Region Ureshino.

Da die Blätter nicht wie bei Sencha zu geraden Nadeln gerollt werden, bleiben sie eher gebogen oder kommaförmig. Das Fehlen der Dämpfung wirkt sich auch auf den Geschmack aus: Grasige, vegetale Noten treten zurück, während der Tee insgesamt milder und runder wirkt.

Der Aufguss zeigt sich meist hellgrün bis gelblich und wird häufig als sanft, mit leicht röstigen oder blumigen Nuancen, beschrieben.

Steckbrief

Teeart

Pfannengerösteter Grüntee (kamairi = Pfannenröstung)

Typische Herstellung

Erhitzen der frisch gepflückten Blätter in Pfanne oder Kessel statt Dämpfen; keine Formung zu geraden Nadeln

Typischer Geschmack

Mild, wenig grasig, teils leicht röstig oder blumig

Charakter des Aufgusses

Hellgrün bis gelblich, sanft

Besonderheit

In Japan seltene Verarbeitungsweise, vor allem in Teilen Kyūshūs verbreitet; Blätter bleiben gebogen statt nadelförmig

Tamaryokucha

Tamaryokucha ist eine Kategorie japanischen Grüntees, die sich vor allem durch die Blattform von anderen Sorten unterscheidet. Während bei Sencha der letzte Verarbeitungsschritt die Blätter zu geraden Nadeln formt, entfällt dieser Schritt bei Tamaryokucha, sodass die Blätter gebogen und kommaförmig bleiben.

Innerhalb dieser Kategorie wird zwischen zwei Verarbeitungswegen unterschieden: Mushisei Tamaryokucha wird wie Sencha gedämpft, Kamairi Tamaryokucha in der Pfanne geröstet. Die pfannengeröstete Variante wird im Handel oft auch schlicht als Kamairicha bezeichnet, wobei die Bezeichnungen je nach Region und Anbieter nicht immer trennscharf verwendet werden.

Geschmacklich zeigt sich Tamaryokucha meist mild und rund, mit weniger Adstringenz als Sencha und, je nach Verarbeitung, leicht fruchtigen oder blumigen Nuancen. Angebaut wird er unter anderem in Teilen Kyūshūs.

Steckbrief

Teeart

Grüntee mit gebogener, kommaförmiger Blattform (gedämpft oder pfannengeröstet)

Typische Herstellung

Wie Sencha verarbeitet, jedoch ohne den abschließenden Rollschritt zur Nadelform; Mushisei-Variante gedämpft, Kamairi-Variante pfannengeröstet

Typischer Geschmack

Mild, rund, wenig adstringierend, teils leicht fruchtig oder blumig

Charakter des Aufgusses

Hellgrün bis gelblich

Besonderheit

Pfannengeröstete Variante wird im Handel oft synonym als Kamairicha bezeichnet; Anbau unter anderem in Teilen Kyūshūs

Yanagicha

Yanagicha bezeichnet eine einfachere Kategorie japanischen Grüntees, die aus größeren, reiferen Blättern hergestellt wird. Diese Blätter fallen bei der Sortierung feinerer Tees wie Sencha an, wenn nach Blattgröße und -qualität getrennt wird. Der Name leitet sich von der schmalen, länglichen Form der Blätter ab, die an Weidenblätter (Yanagi) erinnert.

Die Verarbeitung folgt grundsätzlich denselben Schritten wie bei Sencha: Dämpfen, Rollen, Formen und Trocknen. Da das Ausgangsmaterial jedoch gröber und reifer ist, fällt das Ergebnis geschmacklich einfacher und weniger vielschichtig aus.

Geschmacklich zeigt sich Yanagicha mild, unkompliziert und mit geringerer Komplexität als feinere Sencha-Qualitäten. Er dient in erster Linie als preisgünstiger Alltagstee und wird häufig in einfacheren Mischungen oder für den täglichen Verbrauch angeboten, seltener als eigenständige Spezialität.

Steckbrief

Teeart

Einfacher Grüntee aus größeren, reiferen Blättern

Typische Herstellung

Dämpfen, Rollen, Formen und Trocknen wie bei Sencha, jedoch aus gröberem, bei der Sortierung anfallendem Blattmaterial

Typischer Geschmack

Mild, unkompliziert, wenig differenziert

Charakter des Aufgusses

Meist hellgrün, unauffällig

Besonderheit

Der Name bezieht sich auf die schmale, an Weidenblätter erinnernde Blattform; dient meist als preisgünstiger Alltagstee

Kōcha

Kōcha ist das japanische Wort für Schwarztee im Allgemeinen, einschließlich importierter Sorten. Wird der Begriff im Kontext japanischer Teesorten verwendet, ist meist der in Japan selbst angebaute und verarbeitete Schwarztee gemeint, der zur genaueren Unterscheidung häufig auch Wakōcha genannt wird.

Wakōcha stammt von derselben Pflanze, Camellia sinensis, wie japanischer Grüntee, wird jedoch grundlegend anders verarbeitet: Die Blätter welken, werden gerollt und vollständig oxidiert, bevor sie getrocknet werden. Diese Oxidation, die bei Grüntee durch Dämpfen oder Rösten gestoppt wird, verändert Farbe, Aroma und Geschmack grundlegend.

Geschmacklich reicht die Bandbreite je nach Kultivar, Region und Verarbeitung von mild und süßlich bis kräftiger und malzig, meist jedoch mit weniger ausgeprägter Adstringenz als viele internationale Schwarztees. Der Aufguss zeigt sich kupferrot bis dunkelbraun.

Steckbrief

Teeart

Vollständig oxidierter Tee (Schwarztee), in Japan angebaut meist als Wakōcha bezeichnet

Typische Herstellung

Welken, Rollen und vollständige Oxidation der Blätter vor dem Trocknen

Typischer Geschmack

Je nach Herkunft mild und süßlich bis kräftiger und malzig, meist moderate Adstringenz

Charakter des Aufgusses

Kupferrot bis dunkelbraun

Besonderheit

Stammt von derselben Pflanze wie japanischer Grüntee, unterscheidet sich jedoch durch die vollständige Oxidation; im engeren Sinn von importiertem Schwarztee abzugrenzen